Jugendhilfe, Jugendbeteiligung und kommunale Demokratiebildung
Ich bin seit über zehn Jahren in der Jugendhilfe im Kreis Borken tätig. Seit 2023 arbeite ich als pädagogische Leitung des Jugendwerks Rhede e.V. In dieser Funktion koordiniere ich die fachliche und inhaltliche Ausrichtung der Handlungsfelder des Trägers, begleite Teams, sichere fachlichen Austausch und Qualitätssicherung und bin Ansprechpartner für Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner aus Schulen, Verwaltung und Jugendarbeit.
Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf kommunaler Jugendbeteiligung. Ich habe das Jugendbüro Rhede als Infrastruktur kommunaler Jugendbeteiligung konzipiert und gemeinsam mit meinem Team erfolgreich implementiert. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen verlässliche Zugänge zu Beteiligung, politischer Bildung und kommunaler Mitgestaltung zu eröffnen.
Modellprojekt „Die Stadt der Kinder“
Ein Herzensprojekt meiner Tätigkeit beim Jugendwerk Rhede e.V. ist das Modellprojekt „Die Stadt der Kinder“.
An diesem Projekt nehmen mittlerweile seit vier Jahren jährlich über 120 Kinder und Jugendliche aus Rhede teil. In einer kommunalpolitischen Simulation erproben sie demokratische, wirtschaftliche und politische Prozesse. Sie erleben, wie Entscheidungen entstehen, wie Verantwortung übernommen wird und wie das Zusammenleben in einer Stadt gestaltet werden kann.
Die Besonderheit der Rheder Kinderstadt ist das implementierte Kinderforum. Dort kommen Kinder mit Mitgliedern der Rathausverwaltung, dem Bürgermeister und Stadtratsmitgliedern ins Gespräch. So wird Beteiligung nicht nur spielerisch dargestellt, sondern mit realen kommunalen Strukturen verbunden.
Das Projekt wurde von mir initiiert und wird durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe gefördert.
Wenn Sie mehr über dieses Projekt erfahren möchten, können Sie sich gerne bei mir melden.
Jugendhilfeplanung und fachpolitische Interessenvertretung
Seit nun fünf Jahren bin ich erster Sprecher der AG II „Jugendarbeit / Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ in der Jugendhilfeplanung des Kreises Borken. Die AG II bündelt die Perspektiven freier Träger, Vereine und Verbände der Jugendarbeit im Kreis Borken. Sie ist im Kreis Borken dem Planungsbereich „Jugendarbeit / Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz“ zugeordnet. Sie umfasst die Leistungsbereiche §§ 11, 12 und 14 SGB VIII.
In dieser Rolle begleite ich fachpolitische Interessenvertretung an der Schnittstelle von freier Jugendhilfe, Kreisjugendamt und Kreispolitik. Ziel ist es, die Belange junger Menschen sichtbar zu machen, die Zusammenarbeit zwischen freien und öffentlichen Trägern zu stärken und politische Bildung im außerschulischen Kontext weiterzuentwickeln.
Gemeinsam mit den Mitgliedern der AG II vertrete ich die Belange von rund 30.000 jungen Menschen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes Borken.
Arbeitsgruppe „Erfolgsfaktoren politische Beteiligung im Kreis Borken“
Darüber hinaus bin ich Mitglied der Arbeitsgruppe „Erfolgsfaktoren politische Beteiligung im Kreis Borken“.
Diese Arbeitsgruppe entwickelt bis 2027 Kriterien, die dazu beitragen sollen, politische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im ländlichen Flächenkreis Borken gelingend zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Bedingungen Beteiligung braucht, damit sie für junge Menschen erreichbar, verständlich und wirksam ist.
Mitgliedschaft im Kreisjugendhilfeausschuss
Seit 2025 bin ich ordentliches Mitglied des Kreisjugendhilfeausschusses und wurde von den freien Trägern entsendet.
Damit arbeite ich auch auf jugendhilfepolitischer Ebene an der Weiterentwicklung von Angeboten, Strukturen und Rahmenbedingungen für junge Menschen im Kreis Borken mit.
Auszeichnung: „Ein Fleck in der Geschichte“
Das Projekt „Ein Fleck in der Geschichte“, das ich geleitet habe, wurde 2020 mit dem Margot-Spielmann-Preis für Projekte des Jüdischen Museums Westfalen ausgezeichnet.
Das Projekt steht exemplarisch für meine Verbindung von historisch-politischer Bildung, pädagogischer Praxis und gesellschaftlicher Verantwortung.